Falschbetankung mit E10

Nach einer Falschbetankung mit E10 sollte das Auto am besten nicht mehr gestartet werden. Denn wenn das Modell kein E10 verträgt, kann auch schon eine einzige Tankfüllung mit E10 Schäden an Teilen des Motors und den Kraftstoffleitungen hervorrufen. Jedenfalls die Korrosionsschäden an den Motorteilen sind nicht einfach zu beheben. Denn Bioethanol ist eine polare Flüssigkeit, die Weichmacher der Kunststoffleitungen und Leichtmetalle wie beispielsweise Benzinpumpen angreifen kann.
Daher sollte man vermeiden, dass sich das E10 im gesamten Kraftstoffsystem ausbreiten kann. Ergo nicht mehr starten und danach das Leerpumpen des Tanks veranlassen. Dazu muss das Auto in die Werkstatt abgeschleppt werden. Das mag zwar lästig sein und kann bei großen Tankfüllungen auch einige Minuten bis zu einer Stunde andauern, da man von zwei Seiten an den Tank muss. Wenn dann noch der Tank sowie die Hochdruckpumpen und -Leitungen erneuert werden müssen, kommen schnell 4.000 bis 6.000 Euro zusammen, ansonsten liegt das Auspumpen bei ca. 150 Euro1. Das ist aber die sicherste Lösung und beugt vor allem weiteren teureren Schäden durch E10 vor.2

Wieso führt eine Falschbetankung mit E10 zu Schäden

Laut FAZ3 warnen Sachverständige vom TÜV Rheinland vor allem vor Schäden an Bauteilen aus Aluminium. Dabei seien die Schäden auch fortschreitend – bereits nach einmaligem Falschtanken mit E10. Letztlich ist das auf die korrosive Wirkung von Bioethanol zurückzuführen. Das führe auch an den ventilen und Ventilsitzringen zu einem erhöhten Verschleiß. Auch könne die Wirkung auf Weichmacher in Gummi- und Kunststoffteilen zu porösen und spröden Bauteilen führen.
Denn Bioethanol besteht aus geladenen, polaren Teilchen – im Gegensatz zum grundsätzlich unpolaren „normalen“ Kraftstoff. Daher sind womöglich Kunststoffe in Leitungen und Dichtungen sowie Leichtmetalle wie Aluminium anfällig. Da die Beimischung von Bioethanol bis Mitte der Neunzigerjahre nicht absehbar war, waren beispielsweise die Direkteinspritzanlagen der ersten Generation aus Aluminium. Erst ab der zweiten Generation sind diese aus Edelstahl und damit besser auf Bioethanol eingestellt.

Daher sollte man sich unbedingt mit der E10-Verträglichkeit seines Autos befassen und selbst im positiven Falle informieren, inwieweit ein Tanken mit E10 sinnvoll ist.

  1. http://www.daserste.de/ratgeber/auto_beitrag_dyn~uid,affm1oabek0emmwr~cm.asp []
  2. http://www.adac.de/infotestrat/tanken-kraftstoffe-und-antrieb/benzin-und-diesel/e10/default.aspx?tabid=tab2 []
  3. http://www.faz.net/s/Rub1DABC609A05048D997A5F315BF55A001/Doc~E2467F63BB37E469A8B88CD41F374C0CE~ATpl~Ecommon~Scontent.html []

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