Steigt mit E10 der Verbrauch

Eine sehr häufige Frage zum neuen E10 ist, ob mit E10 der Verbrauch steigt. Letztlich ist die Frage des Verbrauchs auch berechtigt, da dieBenzinpreise ein wichtiger Kostenfaktor sind.
E10 unterscheidet sich vor allem durch den höheren (bis maximal 10 %) Anteil an Bioethanol. Folglich kommt es auf den Energiegehalt des Bioethanols im Vergleich zum normalen Benzin mit max. 5 % Bioethanol an. Der Unterschied beträgt maximal 1,9 %. Da Bioethanol folglich einen etwas geringeren Energiegehalt aufweist, steigt der Verbrauch mit E10. Allerdings ist die Differenz relativ gering, da der Heizwert von Ethanol auch nur geringfügig geringer ist. Laut Bundesumweltministerium liegt der Mehrverbrauch unter 2 %. Dies entspricht den logischen 1,9 %. Allein eine Kraftstoff schonende Fahrweise kann ein Vielfaches davon einsparen. Auch liegt nur der maximale Anteil bei 10 %, tatsächlich kann der Anteil an Bioethanol deutlich geringer sein. Die Qualität des Kraftstoffs hängt aber auch von vielen weiteren Additiven wie der Verdampfung oder Dichte des Kraftstoffs ab. Die DIN 51626-1 Norm regelt diese Zusammensetzung. So war schon vor ca. 30 Jahren weitgehend unbestritten, dass bis 20 % Ethanolbeimischung grundsätzlich unproblematisch sein dürfte.

Kritiker mögen einwenden, dass das Ministerium häufig zu optimistischen Einschätzungen in Bezug auf E10 neigt. Jedoch meinen auch andere Experten, dass der Verbrauch mit E10 maximal um ca. 3 % erhöht. Entsprechend verringert sich auch die Motorleistung geringfügig. Der Unterschied von wenigen KW/ PS ist jedoch im Alltag nicht bemerkbar und liegt sowieso im Toleranzbereich der Motoren.
Spannend wird, inwieweit die Fahrzeughersteller dies bei der Ermittlung der sowieso schon theoretischen EU-Normverbrauchsfahrten berücksichtigen müssen.

Kritik am Mehrverbrauch bei E10

Die Zeitschrift Auto Bild hat bei Versuchsfahrten mit E10 einen Mehrverbrauch von bis zu 5% gemessen. Allerdings dürfte der Unterschied im Energiegehalt hierfür zu gering sein. Entsprechend kritisiert auch der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) die Plausibilität der Messergebnisse. Solche Verbrauchsunterschiede können nicht allein auf E10 zurückzuführen sein.1
Außerdem sorgt die Lambdaregelung dafür, dass der Leistungsverlust im niedrigen bis mittleren Lastbereich durch Mehreinspritzung kompensiert wird, was ja der Grund für den Mehrverbrauch ist. Der Energieumsatz ist daher bei E0, E5 und E10 der gleiche. Lediglich bei hoher Last/ hohen Drehzahlen wird bis herunter zu Lambda=0,8 angefettet (d.h. 20 % Mehreinspritzung und auch Mehrverbrauch gegenüber Lambda=1,0) und der Verbrauch zwischen E0, E5 und E10 ist dann gleich – aber die Leistung sinkt mit zunehmendem Ethanolanteil. Der Praxistest von Bild beweist dies altbekannte technische Wissen.

  1. http://www.iwr.de/bio/archiv/11/02/2203.html []

2 Kommentare

  1. Mit sinkendem Energiegehalt sinkt auch die Effektivität eines Motors. Der Mehrverbrauch resultiert also nicht nur direkt aus dem geringeren Energiegehalt des Sprits, sondern auch aus der Tatsache, dass die Effektivität des Motors umso höher ist, je größer der energiegehalt ist. die Gründe dafür sind vielfältig. Aber es ist zum Beispiel bekannt, dass die Effektivität eines Motors mit der Höhe der Verbrennungstemperatur steigt. Die Wiederum hängt direkt von der Kompression und ! dem Energiegehalt des Sprits ab. Kann nun E10 weniger gut kompromiert werden, wird elektronisch der Zündzeitpunkt vorverlegt, was zu einer schlechteren Energieausbeute führt. ein geringerer Energiegehalt bedeutet auch gleichzeitig eine geringere Verbrennungstemperatur. Der Praxistest von Bild beweist dies altbekannte technische Wissen.

  2. 2%,3%5% Mehrverbrauch?…..naja,meine Erfahrungen liegen als Vielfahrer wohl so eher bei 10%,somit ist der Sprit gegenüber den anderen Sorten viel zu teuer,da kann ich auch gleich Super+ tanken.

Schreibe einen Kommentar